Großes Familienfest – ein würdiges Jubiläum

08. - 10.07.2022

Gustav Mahler sagte „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche,  sondern die Weitergabe des Feuers.“ Und die Begeisterung unter Großund Klein ließ an einem gelungenen Festwochenende  spürbar werden das genau dies gelungen war. 
Das große bunte Familienfest „600 Jahre Altenbach“  hat das Versprechen gehalten: Hier können Sie was erleben und entdecken. Davon gab es so reichlich, dass viele Gäste bedauerten, dass das Feste nach drei Tagen zu Ende war und sie nicht alles gesehen und probiert hatten.
Und das betrifft sowohl die vielen kulturellen Highlights als auch die kulinarischen Angebote, angefangen vom (im Nu ausverkauften) Popcorn bei der Kinonacht, über das gesponserte leckere Eis des Brandiser Eiscafés Lilly Vanilly, bis hin zu der erstmals vertretenen Vleischerei aus Leipzig mit vegetarischen und veganen Spezialitäten. Bier und Wein mussten am Samstagabend nachgeordert werden und auch das Kuchenbüfett mit Selbstgebackenen hatte schon am Samstagnachmittag alle 48 Kuchen verkauft. Einen besonderen Kuchen, nämlich die Geburtstagstorte, durfte Bürgermeister Bernd Laqua zusammen mit der neuen Bürgermeisterin Anja Sauer aus der Partnergemeinde Römerstein anschneiden. Und es gab noch mehr Ehrengäste: wie schon in den 1960er Jahren kam der Sandmann mit dem Boot über das Schachtloch gefahren und brachte den Kindern in der 1. Altenbacher Kinonacht den Abendgruß mit Pittiplatsch und Schnatterinchen, einen lustigen Trickfilm sowie die Originalversion von „Alfons Zitterbacke“ aus dem Jahr 1968. Da dieses Open-Air-Sommerkino dem vor 100 Jahren in Altenbach geborenen Regisseur und Drehbuchautor Gottfried Kolditz gewidmet war, flimmerte seine Komödie „Geliebte weiße Maus“ mit Rolf Herricht in der Hauptrolle über die von der Firma BLT Sonnek aus Schmölen extra errichtete Kinoleinwand. Besonders gerührt von den Bemühungen der Organisatoren, die Erinnerung an Gottfried Kolditz und ostdeutsche Filmgeschichte unter der Devise „Kult statt Kommerz“ zu pflegen, waren die Kinder des vor 40 Jahren bei Dreharbeiten verstorbenen DEFA-Regisseurs Stefan und Susanne Kolditz, die extra aus Berlin und Lübeck angereist waren. Und dies sicher nicht zum letzten Mal, denn vor versammeltem Publikum bekundete Bürgermeister Laqua: Er wünscht sich wie die Familie Kolditz und die Organisatoren eine Fortsetzung der Altenbacher Kolditz-Kinonacht. Und das wurde dann nach dem Film in der lauen Freitagnacht bei Musik und Bier und Wein begossen. Am Samstag gab es viele gute Gründe zum Feiern und im ganzen Ort vielfältige Erlebnismöglichkeiten. Ganz gleich ob kostenlose Kremserfahrten mit dem Reiterhof Kunze, Fahrten in historischen Fahrzeugen, Altenbach von oben aus dem Korb des Hubsteigers der enviaM, uriges Handwerk in der ehemaligen Schmiede bei Familie Rotter oder auf dem Hof bei Bauer Weiß Weiß, kreative Ideen rund um die Kirche, eine nächtliche Feuershow oder Orte idyllischer Erholung am Seegrundstück Wiesenweg 14  (das, so der Wunsch vieler an Familie Hessel, doch bitte im Rahmen des nächsten Tages der Offenen Gartenpforte Muldental wieder zu besichtigen sein solle) – Groß und Klein konnten auf den Höfen, bei den Ständen der Vereine und im Kirchgarten viel entdecken, ausprobieren und genießen. Schätze, die bis dato unbemerkt zusammengetragen wurden, waren beispielsweise traditionelle Feierabendsteine aus verschiedenen Ziegeleien im Häuslerhaus von Martin Freyer, der übrigens dank eines Jubiläumstalers mit seinem Geburtstag als Losnummer in der Tombola einen der Hauptpreise, einen Reisegutschein von Reudnitzer Reisen gewann – und ein Urlaub steht demnächst ohnehin auf seinem Plan.
Dass MartinFreyers Sammlung und andere Zeugnisse der Industriekultur aus unserer Region wie das historische Altenbacher Steinzeug von Gerd Wohlfahrt auch künftig bewundert werden können, ist ein weiterer aus dem Fest geborener Wunsch, den der Kultur- und Heimatverein gern Wirklichkeit werden lassen will.  Apropos „Taler“: da war die Erfüllung eines Wunsches laut zu hören, als nämlich am Samstag um 15:30 Uhr Sylvia Müller von der Altenbacher Töpferei Uhde & Müller, die die Herstellung der Altenbacher Jubiläumstaler initiiert und maßgeblich organisiert hat, in einen Freudenschrei ausbrach: “Die Taler sind alle!“. Dass vor und bei dem Fest tatsächlich 1000 Taler verkauft werden konnten – und am Ende sogar noch mehr verlangt wurden, hatte niemand vom Festkomitee zu hoffen gewagt. Mit dem Verkauf können nun auch Wünsche der Altenbacher Bambini-Feuerwehr erfüllt werden, denn sie erhält von jedem verkauften Taler einen Euro.
Nicht ganz wunschgemäß ging es hingegen zu, als mitten im herzerfrischenden Auftritt der Bennewitzer Kita- und Hortkinder ein heftiger Gewitterschauer das Programm auf der zentralen Bühne am Heller unterbrach. Doch die gute Laune blieb glücklicherweise erhalten und erreichte am Abend ihren Höhepunkt mit der Leipziger Rockband „BeatStixx“, die bis in die Nacht für alle Tanzwilligen aufspielte. Auch andere Musikgeschmäcker kamen nicht zu kurz: die Gruppe „Vergißmeinnicht“ und der Gesangverein Germania Gerichshain luden am Samstagnachmittag zum Mitsingen ein. „Vielleicht bekommt der/die eine oder andere durch unseren Auftritt Lust, sich unserem Chor anzuschließen“, hofft die langjährige Germania-Sängerin Sigrid Leine aus Altenbach. Gemütlich ging es mit Blasmusik der Tauchaer Musikanten am Sonntagvormittag zu, der mit einem Open-Air Gottesdienst und dem vielbesuchten Auftritt des Bauchredners Roy Reinker begonnen hatte.  Wer hingegen den heißen Wunsch hatte, unbedingt das original Spielertrikot des RB Leipzig Stars Yussuf Poulsen zu ersteigern, ist indes unklar. Fakt ist jedenfalls, dass die betreffende Person in der einige Tage zuvor bei Ebay gestarteten und live übertragenen Auktion bereit war, für das Trikot sensationelle 505 € zu bezahlen. Sie werden einem gemeinnützigen Zweck in Altenbach zugutekommen und somit auch wieder Wünsche erfüllen.  
Ein wenig stolz ist das Festkomitee darauf, dass beim Fest auch der Wunsch vieler Bürger und speziell der Anlieger am Festgelände nach Müllvermeidung erfüllt wurde. „Wir haben uns bewusst für Mehrwegbecher entschieden und zusätzlich für nicht vermeidbaren Restmüll ausreichend Abfalltonnen vom Bauhof der Gemeinde Bennewitz bekommen. Die Festweise blieb die ganze Zeit sauber.“ Überhaupt: die Logistik – eine Dauerthema während der seit 2022 dauernden Vorbereitung und eine echte Herausforderung. Örtliche und regionale Firmen wie Elektro-Zur und Rauchhaupt GmbH waren eine sichere Bank, um auch kleine Störungen und Engpässe zu beseitigen. Und so staunten zwei unbekannte Radwanderer nicht schlecht, als sie am Sonntagnachmittag am Heller Hankamen und miterlebten, wie ein Gewusel von Dutzenden Helfern innerhalb von zwei Stunden dem Festplatz wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzten. „Schade, dass wir das Fest verpasst haben“, bedauerten sie und ergänzten: „Wenn das so gut gelaufen ist, wie jetzt das Aufräumen, muss es ja toll gewesen sein!“        Einen ganz großen Wunsch hegten die Organisatoren vom Festkomitee und vom Kultur- und Heimatverein von Anfang an: „Wir möchten mit den Altenbachern ein Fest für Altenbach organisieren, das Menschen zusammenbringt und das Wir-Gefühl stärkt“ und es scheint, als habe das komplett ehrenamtlich und mit mehr als 100 freiwilligen Helfern grandios gelaufene Jubiläumswochenende auch diesen Wunsch erfüllt.

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